05.02.2020

Zwei Hälften die nicht unterschiedlicher sein können


Die Würzburgerinnen haben ihre ersten drei Spiele in 2020 gewonnen und von Anbeginn des Spiels machten sie klar, dass sie nicht gewillt sind, das vierte Spiel zu verlieren. Sie wollten ihre Anwartschaft auf den Aufstieg in die erste Bundesliga wahren und gingen mit einem sehr hohen Tempo in die Partie. Für die siebenundzwanzigjährige Theresa Muck wäre beinahe das Spiel nach 28 Sekunden beendet gewesen. Beim Versuch unterm Brett, die orangene Kugel zu einem Zweier im Korb der Gastgeber zu versenken, landete sie so unglücklich mit ihrem Fuß, das sie mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen blieb und nur unter Hilfe ihrer Mitspielerin den Platz humpelnd verlassen konnte. Das Bein hoch legen und kühlen bewirkte Wunder und nach sieben Minuten Spielzeit stand sie dann auch schon wieder bereit, ihren Kolleginnen zu unterstützen, die derweil mit 23:8 in Führung lagen. Dank einer Trefferquote, die wahrlich nicht alltäglich war: 75% aller Versuche fanden den Weg in den Speyrer Korb In den noch verbleibenden restlichen 3 Minuten schlug jeder weiterer Wurf im Korb der Towers ein und die Quote stieg noch mal um 3 Prozentpunkte nach oben. Es schien, als würden hier zwei Mannschaften aufeinander treffen, die in völlig verschiedenen Ligen spielten.

Den Sharks schien alles zu gelingen, den Towers wenig. Mit Ablauf der Wurfuhr plumpste ein Dreier im Korb der Towers, Korbleger, wie aus dem Lehrbuch, sehenswerte Dreier, allen voran die von Jelena Bozic, die mit 71% die höchste Dreierquote an diesem Tag aufwies. Die Würzburger Wurfquote allerdings stolperte auf 45 Prozent hinunter, wobei immer noch beachtenswert. 19 Gegenpunkte im ersten und 8 im zweiten Viertel, da war für den Großteil der Zuschauer klar, dass die Towers dreistellig untergeben werden.

Die einzige Lebensader auf Seiten der Towers, Ashley Gray, die von 26 Punkten 14 in der ersten Hälfte machte. 27 Punkte hingegen sollten nach Möglichkeit egalisiert werden und so wurde unter den Zuschauern eifrig gefachsimpelt, ob und wie das überhaupt an diesem Tag noch möglich gemacht werden könnte. Umso erstaunter waren alle, als sie die Towers mit einer ganz anderen Energie auf dem Platz sahen und eine wesentlich intensivere Gangart einlegten. Das Viertel gewann sie tatsächlich mit 19:16, was hinsichtlich des großen Vorsprungs nur als ein Tropfen auf dem heißen Stein erschien.

Nun aber in Fahrt gekommen, wollten sie zumindest ordentlich Kosmetik betreiben, das Ergebnis verschönern und kämpften sich mit großer Intensität auf 11 Punkte heran. Gerne hätte Marcel Kalamorz, Trainer der Towers diese Intensität von Beginn an bei seiner Mannschaft erleben wollen, der Verlauf wäre ein anderer gewesen.
 
Eine der jüngsten auf dem Platz mit einer Spielzeit von knapp 30 Minuten, die 16 jährige Paula Wenemoser macht gegen die Towers ihr erste Double-Double in dieser Saison. Mit 26 Punkten und 16 Rebounds auf Seiten der Towers ist einmal mehr Ashley Gray die Säule der Mannschaft.
 
Mit weiteren 84 Zählern auf dem Konto der Würzburgerinnen, werden sie sicherlich weiterhin auf den Fersen der Bambergerinnen bleiben, die am kommenden Wochenende die Towers in der Dreifachhalle am Georgendamm zum Rückspiel erwarten.

 


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