20 Jahre mit den Männern

 

Zwölf Wahlwettkämpfer des TSV Speyer starten in Berlin


Von Susanne Kühner

 

Speyer. Zwölf Männer und Frauen des TSV Speyer stellen sich dem größten Wettbewerb beim Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin, das am 3. Juni beginnt: dem Wahlwettkampf. Vier Disziplinen im Bereich Geräteturnen müssen gezeigt werden – am besten in Perfektion. Für Trainerin Esther Münch sind Platzierungen nicht maßgebend. Sie sieht die Sache olympisch: „Dabei sein ist alles.“Seit 20 Jahren trainiert sie die Gruppe, in der die Männer deutlich dominieren. „So lange geht das schon gut“, meint sie schmunzelnd. Alle Herren entdeckten bereits früh im TSV das Turnen für sich, wissen demnach auch in reiferem Alter, worauf es bei der Ausführung ankommt. Die Theorie ist das Eine. An der praktischen Umsetzung feilten die Wahlwettkämpfer in den zurückliegenden Wochen noch kräftig.An welchen Geräten die einzelnen Turner starten, entscheidet jeder individuell. Münchs Ehemann Uwe geht an Pauschenpferd, Barren, Reck und das Mini-Trampolin. „Ich freue mich auf Berlin. Für mich ist der Wettkampf ein Ansporn“, sagt der 53-Jährige.

Turnen als Sport ist für ihn das Optimum, denn: „Es fördert Kraft, Beweglichkeit und Kondition.“ Dass Münch zudem sauber turnen muss für eine höhere Punktzahl, weiß er. „Ich versuche, das zu machen, um im vorderen Drittel zu landen“, kündigt er an.

Nach über 20 Jahren Pause stieg Razvi Nadim vor zwei Jahren wieder ins Metier ein. Für ihn ist das Turnfest der erste Wettkampf sei 25 Jahren. „Ich freue mich riesig, da ich bei meinem ersten Turnfest in Berlin war. Das war vor 30 Jahren und ich war 14“, erinnert sich Nadim, heute 43. Auf die Disziplin Sprung setzt er vor allem. Die lag ihm früher schon. Eine Prognose zum Ergebnis gibt er nicht ab: „Ich möchte für mich einen guten Wettkampf machen, gerade, weil ich vor einem Jahr noch verletzt gewesen bin.“

Turnfesterfahren ist Axel Kihm (50). Seine Paradedisziplin: Bock. „Das war früher schon mein Lieblingsgerät“, verrät er. Der von den meisten Männern verpönte Boden gehört auch zu seiner Vierer-Wertung. „Flickflack ist nicht mehr drin. Aber Handstandüberschlag ist auch gut“, meint Kihm entspannt. Dass teilweise bis zu 1000 Teilnehmer in manchen Jahrgängen antreten, stört nicht weiter.

Aufs Reck setzt Uwe Kurz (55). „Mir gefällt beim Turnen, den ganzen Körper spüren zu können und damit auch die Konzentration zu fördern“, stellt er heraus. Sein persönlicher Wunsch für den Wettkampf: „Ich möchte bei den Geräten im Einzelnen gut durchkommen, ohne zu unterbrechen.“

Eine von drei mitreisenden Frauen der TSV-Crew ist Katharina Walz. Bock, Tisch, Trampolin, Seil – so sieht die Kombination der 23-Jährigen aus. „Ich hab’ mir ausgesucht, was mir am meisten Spaß macht“, sagt sie über ihre Auswahl. Die Körperbeherrschung beim Turnen fasziniert Walz nach wie vor: „Es reicht nicht, wenn der Arm gestreckt ist, sondern die ganze Spannung im Körper muss funktionieren.“

Übers Jahr hinweg etwas aufzubauen und Erfolge zu sehen – das gehe im Turnen wie in keiner anderen Sportart. Ihr Statement zum Turnfest: „Ich möchte die Übungen so gut machen, wie ich kann, und dann geht’s nur noch um Spaß. Genau deshalb fahren wir hin.“

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Speyerer Rundschau - Nr. 126Datum Donnerstag, den 1. Juni 2017